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Sejong

Hangul ZeichenDie Sejong Hyong ist die 19. Form im Traditionellen Taekwondo.

Sie ist die letzte Hyong, die ich bei meinem ersten Meister lernen durfte und die Form, mit der ich mich entschlossen habe, mein Leben vollkommen und selbständig in den Dienst des Traditionellen Taekwondo zu stellen.

Die Hyong ist benannt nach dem großen Koreanischen König Sejong (1397-1450). Das Laufmuster der Form bildet das Hangul-Zeichen für das Wort „König“, die Hyong besteht aus 24 Bewegungen, die das Koreanische Alphabet mit seinen 24 Zeichen repräsentieren.

 

König Sejong

In der Koreanischen Geschichte gab es viele bedeutende Herrscher, doch keiner sticht so heraus wie König Sejong, der als einziger Herrscher mit dem Zusatz der Große geehrt wurde.
Und tatsächlich gilt Sejong als eine Art Universalgenie, dem es gelang dank technischer Erfindungen Chosun-Korea wissenschaftlich weiter zu entwickeln. Sein salomonischer Gerechtigkeitssinn ist geradezu sprichwörtlich.
Seine Interessen waren derart vielfältig, dass während seiner Regentschaft 29 Erfindungen gemacht wurden. So er nicht selbst Lösungen fand, umgab er sich mit den klügsten Köpfen des Landes und stellte Kommissionen zusammen, die gleichberechtigt Gedanken und Vorschläge darbrachten.

Am 15. Mai 1397 als Prinz To geboren, war er der dritte Sohn König Taejongs und Königin Wonkyong. Im Jahre 1418, als Sejong 21 Jahre alt war, trat sein Vater zu seinen Gunsten mit den Worten zurück: er solle Frieden im Land stiften.
Sejong saß für 32 Jahre auf dem Thron. Als vierter König der 1392 von Taejo gegründeten jungen Yi-Dynastie, konsolidierte er die Thronfolge und legte so den Grundstein für die mit über 500 Jahren längste Herrscherdynastie der Welt.

Reformen unter Sejong

Zu den Errungenschaften unter Sejong gelten Reformen in der Gesetzgebung (Strafgesetzbuch), dem Steuerrecht, der Landwirtschaft und Medizin. Er gründete die Institution des Chiphyeonjon (Halle der Wissenschaftler), wo die besten Absolventen eines Jahrgangs des Staatsexamens agierten. Sie publizierten über 80 Bücher und erstellten hunderte von Reporten. Um den Ertrag der Böden zu erhöhen wurden Regenmesser entwickelt, Anleitungen zur Kultivierung neuer Getreide verteilt und Fruchtwechsel etabliert. Die besten Musiker des Landes wurden versammelt, um neue Instrumente zu entwickeln und die tradierten Melodien in einer neuen Notenschrift erstmals festzuhalten. Eine medizinische Enzyklopädie wurde geschrieben und der Wissensstand der Zeit dokumentiert. Systematisch wurden Kräuter auf ihre Wirksamkeit untersucht und erstmals Leichen forensisch untersucht. Neben einer präzisen Wasseruhr, welche der herkömmlichen Sonnenuhr überlegen war, war man astronomisch in der Lage Sonnenfinsternisse genau vorherzusagen. Sejong legte eine Strafmündigkeit fest, so dass Jugendliche unter 15 und alte Menschen über 70 nicht ins Gefängnis zu schicken sind. Er führt eine längere Schonzeit für Gebärende fest, eine Art Mutterschutz. In jeder Woche seiner Regentschaft gab es eine Anhörung des Volkes: Insgesamt sind so 1898 Sitzungen protokolliert worden. Seine Beliebtheit hat aber nicht nur diesen Grund.

Buchstabenschrift

Denn als größte Errungenschaft gilt zu Recht die Entwicklung und Einführung der koreanischen Buchstabenschrift Hangul. Eine Expertenkommission unter seiner Leitung erarbeitete bis 1443 eine aus einfachen Zeichen bestehende Schrift, welche die komplizierten chinesischen Zeichen, die bislang für die Darstellung des Koreanischen verwendet wurden, ablöste. So konnten auch einfache Leute schnell Lesen und Schreiben lernen. Heute ist die Alphabetisierungsrate in Korea beinahe 100%.
Im Laufe der Zeit fanden vier der ursprünglich 28 Schriftzeichen keine Verwendung mehr und die verbliebenen 24 Schriftzeichen bekamen im Jahre 1912 den Namen Hangul, übersetzt ‘Große Schrift’.
Viele Asiatischen Staaten beneiden Korea wegen dieser genialen Entwicklung, die weltweit einmalig war und mittlerweile von der UNESCO als Errungenschaft der Menschheit gewürdigt wurde.
Im Lande gibt es zahllose Ehrenmonumente und Statuen von König Sejong und die südkoreanische Forschungsstation in der Antarktis wurde nach ihm benannt. Am 15. Mai gedenkt man des Geburtstages von König Sejong.

Bildung und Taekwondo

Der Bildungsgedanke ist auch im Traditionellen Taekwondo enthalten. Das Traditionelle Taekwondo sollte von Anfang an auf der ganzen Welt verbreitet werden, damit möglichst viele Menschen davon profitieren können. Die alten Meister wurden mit dem Auftrag in die Welt entsendet diese Bewegungskunst mit dem Ziel zu verbreiten, den Frieden in der Welt zu fördern. Friede und Kampfkunst sind kein Widerspruch. In einer Zeit, in der viele Menschen in unterschiedlichen Lebensbereichen einseitig leben, stellt das Traditionelle Taekwondo den Anspruch umfassend, ganzheitlich und nachhaltig zu wirken.

  • Umfassend, weil die Wirkung von Taekwondo bei entsprechend ernsthafter Auseinandersetzung in jeden Lebensbereich hineinwirkt.
  • Ganzheitlich, weil nicht nur der Körper sondern auch der Geist die Bewegung mit vollzieht.
  • Und nachhaltig, weil sich durch die Beschäftigung mit Taekwondo die Lebensqualität insgesamt positiv verändert.

In der steten Auseinandersetzung mit Taekwondo lernt der Mensch die eigenen Möglichkeiten und Grenzen kennen. Er findet dadurch eine innere Balance und ein realistisches Bewußtsein über sich selbst. Damit einhergehen Einsichten darüber, was man kann, will und was man soll. Durch das Erleben der Taekwondo Gemeinschaft verallgemeinern sich diese Einsichten und so entsteht eine gute Basis für ein friedliches Zusammenleben.

GemÄß unserem Motto: „Kampfkunst gemeinsam erleben!“